Warum werden im Steinweg keine Bäume gepflanzt?

Steinerne Tristesse statt Aufenthaltsqualität

Ein Fotorundgang Ende Juni 2026 durch die Quedlinburger Innenstadt bei 38°C wirft Fragen auf

Die historische Innenstadt von Quedlinburg steht größtenteils unter Denkmalschutz und gehört zusammen mit dem Stiftsberg zum UNESCO-Welterbe. Darauf können wir alle stolz sein. Das Welterbe muss geschützt und bewahrt werden, stellt es doch für die sonst eher strukturarme Region einen unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor dar.

Nun stöhnt aktuell ganz Mitteleuropa unter einer für Ende Juni ungewöhnlichen Hitzeglocke. In Deutschland fällt seit Tagen ein Hitzerekord nach dem anderen. Ich möchte an dieser Stelle nicht über die Ursache diskutieren, sondern einfach darauf hinweisen, dass diese heißen Tage ein Vorgeschmack dafür sind, was uns in den nächsten Jahren immer häufiger begegnen wird. Deshalb sind alle Kommunen aufgefordert, ihre Bevölkerung vor Gesundheitsrisiken zu schützen und die öffentlichen Räume so umzugestalten, dass viel Wasser und viel Stadtgrün für ein erträgliches Klima sorgen.

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Wo bleiben die Tischtennisplatten im Wordgarten und die ersten Trinkbrunnen?

Auf wiederholte Nachfrage hat der Oberbürgermeister in einer Sitzung des Stadtrates Ende des letzten Jahres versprochen, dass spätestens im Frühjahr im Wordgarten zwei Tischtennisplatten stehen. Wo sind sie?

Was sind eigentlich Beschlüsse des Stadtrates in Quedlinburg wert, wenn diese nicht umgesetzt werden? Nachdem nun der Haushalt 2026 seit Wochen steht, ist immer noch nichts passiert. Es gibt aus dem Rathaus bisher keinen Hinweis, dass die Tischtennisplatten bestellt wurden. Auch den Stadträten liegen keine Informationen vor.
Immer wieder wurden in den letzten Jahren Haushaltsmittel in Größenordnungen zum Schließen von Finanzierungslücken bei der Sanierung auf dem Schlossberg umgewidmet. Da ist es nicht mehr glaubhaft, dass die vergleichsweise geringen Mittel für zwei Tischtennisplatten und ihre Fundamente nicht irgendwo zu finden sind.

Ähnlich ist es mit den immer wieder angemahnten und dringend benötigten Trinkbrunnen. Wenn endlich irgendwann einmal der erste Bauabschnitt des Steinweges fertig ist, dann soll da ein erster Trinkbrunnen entstehen, um „Erfahrungen zu sammeln“.
Was bitte für Erfahrungen? Es gibt mehr als genug Erfahrungen von tausenden Kommunen weltweit – und auch in Deutschland! Was soll diese Ausrede? Wir, und die Bevölkerung können dieses ewige Hinhalten nicht mehr ertragen. Entweder kann es unsere Stadtverwaltung einfach nicht, oder sie will es nicht. Letzteres wäre noch schlimmer.

Ein Signal nimmt die Bevölkerung in jedem Fall auf: Die Stadt und die regierenden Parteien sind nicht in der Lage oder Willens, elementare Aufgaben im Sinne der Bevölkerung zu lösen. Selbst gefasste Beschlüsse sind ihr scheinbar egal (siehe Tischtennisplatten).

Glückwunsch an die Stadt für diese Steilvorlage für die AFD, die ab September im Land regieren will.

Warum werden in diesem Frühjahr in Quedlinburg so viele Bäume gefällt oder bis zur Unkenntlichkeit gestutzt – Beantwortung einer Anfrage

In diesem Frühjahr häufen sich Anfragen von Einwohnern, warum denn an vielen Stellen in Quedlinburg so viele augenscheinlich gesunde Bäume gefällt oder bis zur Unkenntlichkeit gestutzt wurden. Die MZ berichtete am 7. April über einen besonders markanten Einzelfall unter der Überschrift „Zum Tode verurteilt“: 150 Jahre alte Esche in Quedlinburg ist jetzt Fall fürs Amt“.

Hier die Antwort auf eine Anfrage, die wir an die Stadtverwaltung gestellt haben:

Die Aussagen bzgl. der „Verkehrssicherheit“ kann man sicherlich hinterfragen. Es entsteht der Eindruck, dass hier möglicherweise vorsichtshalber etwas mehr abgeholzt wird, als vielleicht nötig wäre. Aber dieser Eindruck kann auch subjektiv sein.

Im Übrigen klingt der typisch amtsdeutsche Ausdruck „entnehmen“ für das Abholzen bzw. Fällen von Bäumen für mich verwirrend und lenkt davon ab, dass jeder vernichtete Baum oder Busch im öffentlichen Raum ein Verlust an Lebensqualität und Zukunftssicherheit ist, und das Fällen von Bäumen immer nur das letzte Mittel der Wahl sein darf.
Auch die Aussagen zu den „differenzierten Einzelfallentscheidungen zum Nachpflanzen“ machen mir Sorge. Vielmehr müssen wir so schnell wie möglich sehr für viel mehr Stadtgrün in den Städten sorgen, um den immer gesundheitsschädlicheren Folgen des nach wie vor ungebremsten Klimawandels entgegenzuwirken. Wenn wir das nicht tun, dann werden Hitze und Trockenheit die Quedlinburger Innenstadt in einigen Jahren aussterben lassen. Dann sind alle Bemühungen, die historische Innenstadt zu beleben, zum Scheitern verurteilt.

Seit den 1950er Jahren hat sich die Zahl der Hitzetage in Deutschland verdreifacht, was das Risiko für hitzebedingte Todesfälle erhöht. Für 2023 und 2024 gab es nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts jeweils etwa 3.000 Hitzetote in Deutschland, also zusammen rund 6.000 in zwei Jahren – Tendenz steigend. Siehe hierzu auch Statista: Prozentuale Veränderung der hitzebedingten Todesfälle¹ in Deutschland im Zeitraum 2006 bis 2019.

Also lautet der Auftrag: Schneller und mehr Bäume pflanzen! Hier müssen Ziele und Werte neu abgewogen werden. Der Denkmalschutz beispielsweise darf, so wichtig er auch ist, nicht höher bewertet werden als die Gesundheit der Bevölkerung.

Ansonsten zeigen uns die Aussagen zu Baumkrankheiten und -Schäden in der Antwort der Stadtverwaltung auch, wie sehr die Bäume und die ganze Natur unter dem zunehmenden Hitzestress und auch der Verkehrsbelastung durch Feinstaub und Abgase leiden. So betrachtet haben wir selbst auch einen erheblichen Anteil am Fällen der Bäume.
Vielleicht sollten wir uns mehr als bisher fragen, warum wir einerseits um jeden gefällten Baum weinen, aber andererseits weiterhin am Verbrennen fossiler Energieträger festhalten. Das widersprüchliche und letztlich inkonsequente Verhalten derer, die Vögel vor Windrädern schützen, aber nicht auf Gas, Kohle und Diesel verzichten wollen, ist hier kaum nachvollziehbar.
Bleibt festzustellen, dass jeder gefällte Baum für uns eine Mahnung zu Vernunft und Verantwortung sein sollte.

Wir werden uns im Stadtrat dafür engagieren, dass die Begrünung der Quedlinburger Innenstadt ein zentrales Thema wird und sichtbar Fahrt aufnimmt.

Ankündigung einer Einwohnerversammlung zum „Zukunftsprojekt Morgenrot“

Nachdem der Stadtrat bereits einen Grundsatzbeschluss zur Errichtung eines neuen Industriegebietes nahe der Autobahnanschlussstelle Quedlinburg Ost gefasst hat, werden mehr und mehr Details bekannt – und werfen in der Bevölkerung Fragen auf. Insbesondere an der möglichen Größe der Industrieanlagen sowie an den geplanten Windkraftanlagen scheiden sich die Geister. Das war natürlich zu erwarten. Deshalb wird nun eine Einwohnerversammlung einberufen. In dieser soll das Gesamtvorhaben von den Akteuren selbst vorgestellt und erläutert werden sowie der Bevölkerung die Möglichkeit gegeben werden, Fragen zu stellen.

Wir begrüßen diese Einladung sehr und hoffen, dass man sich gegenseitig zuhört und eine sachliche Diskussion entsteht.

Fraktionsantrag zur Errichtung von Trinkbrunnen in der Innenstadt der Welterbestadt Quedlinburg – Update

Am 25.08.2022 wurde im Stadtrat der WES Quedlinburg der auf Initiative des Bürgerforums eingebrachte Fraktionsantrag zur Errichtung von Trinkbrunnen in der Innenstadt der Welterbestadt Quedlinburg beraten.

Das Anliegen an sich traf zwar auf breite Zustimmung, aber der Verlauf der Diskussion war doch etwas unerwartet und ernüchternd.
Statt erst einmal gemeinsam zu diskutieren, ob und wie schnell mann ein solches Vorhaben in der Stadt Quedlinburg umsetzen will, wurden fast ausschließlich Bedenken aufgezählt – und das fast quer durch alle Fraktionen.

Das zeigte mir wieder einmal, dass es in Quedlinburg leider nach wie vor nicht möglich ist, Ideen einzubringen und diese zielführend und frei zu diskutieren. Im Stadtrat ist es wie in der Quedlinburger Bevölkerung: Wer eine neue und vielleicht ungewöhnliche Idee äußert, wird sofort mit einer Welle von Gründen konfrontiert, warum die Idee (wahrscheinlich) nicht umsetzbar ist. Es wird immer zuerst ein Abwehrkampf geführt. Warum? Ich kann es nicht verstehen. Wir vergeben uns so vieles.

Wovor haben die Menschen Angst? Ist Veränderung und Beweglichkeit im Denken so schlimm?

Es wurde also nicht darüber gesprochen, in wie vielen Ländern Trinkbrunnen schon lange selbstverständlich sind, wie dort mit Fragen des herbeigeredeten Missbrauchs oder des Vandalismus usw. umgegangen wird. Es wurde nicht darüber nachgedacht, was man von anderen lernen kann.
Es wurde auch nicht gesagt, dass es richtig und wichtig ist, im mit jedem Jahr wärmer werdenden Mitteleuropa Maßnahmen zu ergreifen, die in südlicheren Ländern lange im EInsatz sind. Nein, es wurde – mal wieder – nicht über den Tellerrand geschaut, und erst einmal eine Mauer von Bedenken aufgebaut. Ein altes Handlungsmuster unserer Gesellschaft, welches uns mehr und mehr ins Abseits führt und den Anschluss verlieren lässt. Zum nachhaltigen Schaden unserer Bevölkerung.

Ein kleiner Lichtblick war dann am Ende ein Kompromissvorschlag des Oberbürgermeisters, in dem er vorschlug, innerhalb eines Jahres ein Realisierungskonzept zu erarbeiten und dem Rat zur erneuten Abstimmung über die Umsetzung zur Entscheidung vorzulegen.

Spätestens dann wird sich zeigen, ob eine Mehrheit in Quedlinburg Trinkbrunnen will, oder eben nicht. Sollte die Realisierung in zwei Jahren nicht erfolgen, dann bedeutet das nichts anderes, als dass es nicht gewollt ist – aus welchen Gründen auch immer.

Fraktionsantrag zur Errichtung von Trinkbrunnen in der Innenstadt der Welterbestadt Quedlinburg

Am 25.08.2022 wird im Stadtrat der WES Quedlinburg der auf Initiative des Bürgerforums eingebrachte Fraktionsantrag zur Errichtung von Trinkbrunnen in der Innenstadt der Welterbestadt Quedlinburg beraten.

Wie die Tagesschau am 22.08.20220 berichtet, braucht das Land mehr Trinkbrunnen.
Die Bundesregierung will die Kommunen mittelfristig verpflichten, ausreichend Trinkbrunnen zu installieren, um der Bevölkerung den einfachen und kostenfreien Zugang zu Trinkwasser auch im öffentlichen Raum zu ermöglichen. Damit soll die Trinkwasserrichtlinie der EU aus dem Jahr 2020 umgesetzt werden.

Das Bürgerforum möchte mit dem vorliegenden Antrag die Stadtverwaltung beauftragen, ein entsprechendes Konzept zu erstellen und innerhalb von 2 Jahren drei Trinkbrunnen in den am häufigsten frequentierten Bereichen der Quedlinburger Innenstadt zu installieren. 2 Jahre sollten ausreichen, um gemeinsam mit dem Wasser- und Abwasserzweckverband eine Planung einschließlich der Finanzierung auf den Weg zu bringen.

Wir bitten alle Fraktionen des Stadtrates der WES Quedlinburg um eine offene und ernsthafte Diskussion dieses Vorhabens, welches frei von politisch motivierten Zielen ist und einzig und allein der Gesundheit der Quedlinburger Bevölkerung und ihrer Gäste dienen soll.
Auch wenn in Zukunft möglicherweise Förderprogramme des Bundes oder der Länder aufgelegt werden, so können wir hier kurzfristig ein positives Zeichen setzen, dass uns die Gesundheit der Bevölkerung wichtig ist und wir dafür gemeinsam intensiv nach Lösungen suchen. Wie uns die Erfahrung lehrt, warten wir sonst auf den ersten Trinkbrunnen viele Jahre. Und das wollen wir unserer Bevölkerung nicht zumuten, sondern Quedlinburg mit diesem Vorhaben in eine Vorreiterrolle bringen, die regional weit ausstrahlen wird.

Die Bevölkerung wird es uns mit Sicherheit danken, wenn wir mit der Zustimmung zu diesem Vorhaben einen praktischen Beitrag dazu leisten, dass unsere Stadt auch in den kommenden warmen Sommern einen gesunden Lebensraum darstellt.. Und wenn wir dafür eine breite Mehrheit finden, dann stärken wir damit das Vertrauen in den Stadtrat spürbar.

2040 – Wie sind wir dann in Quedlinburg klimaneutral unterwegs?

Mit Bezug auf einen sehr interessanten Artikel auf der Webseite der Deutschen Welle „2040 – Wie sind wir dann klimaneutral unterwegs?“ müssen wir uns dieser Frage auch in Quedlinburg stellen.

Es gibt zweifellos bereits Ansätze. Der Stadtrat hat Quedlinburg zur fahrradfreundlichen Stadt erklärt, die Stadtverwaltung entwickelt das Stadtentwicklungskonzept mit Blicke auf die Planungen zum Landesradverkehrsnetz Sachsen-Anhalt weiter, in der Reichenstraße wird im Zuge der Sanierung eine Möglichkeit der Vereinbarkeit von historischem Straßenpflaster und dessen Befahrbarkeit mit dem Fahrrad erprobt, und mit dem Ausbau der neuen R1-Schleife durch Quedlinburg wurde zwischen Neinstedt und Quedlinburg begonnen (vorbereitende Arbeiten, Planungen, Fördermittelantrag etc.).

Das sind alles gute Ansätze. Nach meinem Geschmack werden sie viel zu wenig in der Öffentlichkeit und damit in der Bevölkerung wahrgenommen und diskutiert. Wenn man all diese und weitere Aktivitäten besser verknüpfen und kommunizieren würde, könnte das die langwierigen Prozesse wahrscheinlich beschleunigen und um gute Ideen bereichern. Mir fehlt auch die Sichtbarkeit des ADFC und anderer Verbände in Quedlinburg.

Zur klimaneutralen Verkehrswende gehört aber mehr als die Entwicklung von Radwegen

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Könnte „Agri-Photovoltaik“ auch für Quedlinburg eine Chance sein?

Wie der MDR berichtet, entsteht demnächst in Sachsen-Anhalt der größte Agri-Photovoltaik-Park Deutschlands.
Angesichts der Diskussion um die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen mit hohen Bodenwerten für Solarkraftwerke könnte die gemeinsame Nutzung der Flächen sowohl zur Energieerzeugung als auch durch die Landwirtschaft eine optimale Lösung sein. Obendrein wäre es ein erheblicher Beitrag zur Verbesserung der Biodiversität, wie im oben genannten Beitrag beschrieben wird.

Wenn wir dann noch einen Weg und ein Geschäftsmodell finden könnten, dass Quedlinburger Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit den Stadtwerken selbst in die Energieerzeugung investieren und am Ende profitieren, dann wäre das ein Erfolgsmodell für nachhaltige Investition in regionale Kreisläufe.

Angesichts der einstigen Erfolgsgeschichte von Landwirtschaft, Gartenbau und vor allem Saatzucht in und um Quedlinburg sollten wir uns dieser Herausforderung stellen. Wenn sich mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung und der in und um Quedlinburg ansässigen Forschungseinrichtungen Landwirte, Stadtwerke und weitere Quedlinburger Unternehmen zusammenschließen, dann könnte dieses Ziel erfolgreich geplant und umgesetzt werden. Dann könnte das eine Renaissance der früheren Blütezeit der Stadt werden.

Also: Wer macht den Aufschlag?

Das Bürgerforum Quedlinburg wird dieses Thema im Rahmen seiner monatlichen Treffen diskutieren und lädt alle Interessierten dazu herzlich ein. Jede gute Idee ist willkommen.

Frankreich schafft Fakten – und auch in Deutschland wird das Abholzen der Lindenallee in der Quedlinburger Lindenstraße als „Ökozid“ in absehbarer Zeit ein Straftatbestand sein

Wie die Tagesschau am 18.04.2021 berichtet, hat das französiche Parlament beschlossen, den „Ökozid“ in einem neuen Gesetzespaket zum Straftatbestand zu erklären.

Genau darum geht es uns, wenn wir grundsätzlich das Abholzen der Lindenallee in Quedlinburg verhindern wollen. Es geht um das Stoppen des fortschreitenden Ökozids, des rücksichtslosen Unterordnens des Erhalts der lebensnotwendigen Natur unter das „wirtschaftlich Machbare“. Der Tag kommt, an dem ein Minister Scheuer sich für die immer noch praktizierte Deckung des weiterhin aktiv betriebenen Abgasbetrugs (siehe Spiegel online vom 18.04.2021) nicht nur vor einem Untersuchungsausschuss des Bundestages, sondern vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten muss – und hoffentlich auch bestraft werden wird.

Das „wirtschaftlich Machbare“ darf künftig keine Rolle mehr spielen, wenn es um den Erhalt von Naturräumen, und damit unserer Lebensgrundlage geht. Der Rettung des Planeten als Lebensraum für uns und unsere Kinder muss sich künftig alles, aber auch wirklich alles unterordnen! Die künftige Devise muss lauten:

Alles, was die Folgen des Klimawandels und des grassierenden Artensterbens mindern hilft, muss möglich gemacht werden – koste es, was es wolle.

Und das Beste daran: Das ist keinesfalls wirtschaftsfeindlich, wie jetzt bestimmt manche denken! Lesen dazu diesen Beitrag auf Spiegel online vom 18.04.2021.

Deshalb wird unsere Fraktion im Quedlinburger Stadtrat dem Haushalt der Stadt nur zustimmen, wenn der Bauabschnitt, der das Fällen der Lindenallee beinhaltet, komplett gestrichen wird.
Da alle Versuche, eine die Bäume erhaltende Variante zu finden, zu keinem Erfolg geführt haben (oder führen sollten), ist jede weitere Diskussion sinnlos. Für uns hat sich alles dem Erhalt der Bäume als gesetzlich geschützte Allee, als Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere, und nicht zuletzt als klimaschützendes und der Gesundheit dienendes Stadtgrün zum Wohle der Einwohner unterzuordnen.

Das habe ich in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) der WES Quedlinburg am 14.04.2021 im Rahmen der Haushaltsdiskussion bekannt gegeben. Wir werden einen Änderungsantrag für die abschließende Haushaltsdiskussion im Stadtrat am 29.04.2021 einbringen, der den umstrittenen Bauabschnitt aus der weiteren Planung herausnimmt.
Wenn dieser keine Mehrheit findet, dann werden wir dem Haushalt nicht zustimmen, denn

wir sind nicht mehr bereit, unsere Lebensqualität und unsere Zukunft dem „wirtschaftlich Machbaren“ unterzuordnen!

Auch Quedlinburg bekommt Ladesäule für E-Bikes

Wenn es auch ein sehr langer Weg seit einem ersten Antrag im Jahr 2015 war, so hat es sich doch gelohnt, dass unsere Fraktion das Vorhaben mit einem erneuten Antrag noch einmal vorangetrieben und letztendlich auch zum Erfolg gebracht hat.

Der Fraktionsantrag FA-StRQ/009/19 führte im Dezember 2019 zu folgendem Beschluss:

Die Welterbestadt Quedlinburg setzt den Grundsatzbeschluss des Stadtrates vom 29.04.2015, die Stadt zu einer Fahrradfreundlichen Kommune entwickeln zu wollen um und schließt sich zu diesem Zweck der in Gründung befindlichen AG Fahrradfreundliche Kommunen des Landes Sachsen-Anhalt an.

Damit gehört Quedlinburg nun, wie der MDR am 25.12.2020 berichtet, zu den Kommunen in Sachsen-Anhalt, die über ein entsprechendes Förderprogramm mit neuen Ladestationen für Elektrofahrräder ausgestattet wird.
Auch wenn wir die anderen Fraktionen des Stadtrates teilweise erst davon überzeugen mussten, dass es sich mit dem Beitritt zum Verein nicht nur um ein Aushängeschild handelt, so haben sich doch am Ende alle außer der AFD angeschlossen.

Es ist ein kleiner Schritt auf dem langen Weg, auch Quedlinburg in die neue Mobilität des 21. Jahrhunderts zu begleiten, in der das private Auto nicht mehr an erster Stelle steht und den Menschen über Gebühr ihren Lebensraum nimmt.

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