Offener Brief mit Fragen zum „Zukunftsprojekt Morgenrot“ an die Stadtverwaltung und die Investoren – Einladung zur sachlichen Meinungsbildung

Im Ergebnis der Diskussion über das Dokument Herangehensweise und Entscheidungsgrundlage zum „Zukunftsprojekt Morgenrot“ ist ein Katalog mit offenen Fragen und Anforderungen an das Projekt entstanden. Dieses Dokument habe ich an den Oberbürgermeister mit der Bitte um Beantwortung zur Unterstützung unserer Meinungsbildung geschickt.

Ich veröffentliche den Fragenkatalog an dieser Stelle, um alle Quedlinburgerinnen und Quedlinburger einzuladen, es vielleicht auch für ihre Meinungsbildung zu nutzen.

Mein ganz persönliches Herangehen an die Entscheidungsfindung zum „Zukunftsprojekt Morgenrot“

Nach der letzten Sitzung des Stadtrates habe ich begonnen, alles aufzuschreiben, was mich im Zusammenhang mit dem Projekt Morgenrot beschäftigt, und wie ich zu einer sinnvollen Entscheidung kommen könnte, zu der ich dann auch guten Gewissens stehen kann.

Ich bin gern bereit, darüber mit allen zu sprechen, die sich an dieser Art einer sachlichen und nicht polarisierenden Diskussion beteiligen möchten. Eines stelle ich jedoch nicht zur Diskussion – und zwar meinen Standpunkt und meine Sicht auf die Dinge. Das würde mir bei anderen auch nicht einfallen. Ich nenne das Freiheit – Meinungsfreiheit. Die Kunst ist es nun, mit all unseren individuellen Meinungen zu einer gemeinsamen Strategie bezüglich des Projektes zu kommen.

Mich haben übrigens vor der letzten Sitzung des Stadtrates eine ganze Reihe Leute angesprochen. Kollegen, Freunde, Familie, und auch einige aus unseren Reihen. Neben denen, die sich gewünscht haben, dass ich auf jeden Fall den nächsten Schritte ablehnen solle, waren auch viele dabei, die das Projekt wollen, oder es zumindest für sinnvoll halten und meine Zustimmung erwartet haben. Genau aus diesem Grund, und weil ich es nicht allen recht machen kann, habe ich mich entschlossen, mir die Entscheidung nicht leicht zu machen, sie dann aber für mich zu fällen und auch dazu zu stehen.
Hier also meine (etwas umfangreicheren) Gedanken und Fragen zum Thema:

Am Konsolidierungskonzept ist die Haushaltssatzung 2026 vorerst gescheitert – Wir unterbreiten folgende Vorschläge

Am 26. Februar fand das Haushaltskonsolidierungskonzept keine Mehrheit im Stadtrat. Damit konnte auch die Haushaltssatzung nicht beschlossen werden.

Auch Stadträte unserer Fraktion stimmten dem Konzept in der vorliegenden Fassung nicht zu. Christian Wendler begründete die Ablehnung damit, dass die prognostizierten hohen Einnahmen aus dem Zukunftsprojekt Morgenrot suggerieren könnten, dass wir damit faktisch dem Projekt schon zugestimmt hätten.

Da dieses Thema angesichts der polarisierenden Diskussion in der Stadt äußerst sensibel behandelt und kommuniziert werden muss, wollen wir an dieser Stelle deutlich machen, dass wir unser Versprechen einhalten, und dem Projekt im Sommer erst zustimmen, wenn alle verfahrensbegleitenden Genehmigungen einschließlich der von ICOMOS vorliegen, und wenn wir wissen, welche Investoren sich mit welchen Vorhaben ansiedeln werden.
Bis dahin wollen wir auch nicht den Anschein einer Vorentscheidung erwecken.

Die nachfolgenden Vorschläge haben wir heute an den Oberbürgermeister gesandt:

Aufruf zur sachlichen Diskussionsführung

Nicht nur die in der Stadt von „Gegnern“ des Projektes verteilten Flugblätter mit der nicht zu belegenden Behauptung, dass sich hier Unternehmen der Rüstungsindustrie ansiedeln würden, zeugen von einer gesteuerten Manipulation der Bevölkerung. Leider ist auch die Webseite Zukunft Quedlinburg nicht frei von Argumenten, die typischerweise von den prinzipiellen Gegnern der Nutzung erneuerbarer Energiequellen verwendet werden, und deren Belege wenig bis keine wissenschaftliche Evidenz aufweisen.

Wir dürfen nicht vergessen, dass in Deutschland, wie in vielen anderen westlichen Demokratien, ein unerbittlicher Kampf geführt wird, der das Ziel der Umwandlung unserer Gesellschaft in eine rückwärtsgewandte Autokratie, in der Menschenrechte und Freiheiten massiv eingeschränkt werden, verfolgt. In Deutschland und auch in Sachsen-Anhalt führt und steuert diesen Kampf die AFD, die im Herbst die Macht im Land übernehmen will. Ob diese Vermutung zutrifft, kann hier jeder selbst durch Lesen des Entwurfs des „Regierungsprogramms“ bewerten.

Die Quedlinburger Bevölkerung läuft Gefahr, in der polarisierend geführten Diskussion zum Zukunftsprojekt Morgenrot für diese Zwecke massiv missbraucht zu werden. Den Gegnern der Energiewende und Leugnern des lebensbedrohenden Klimawandels, und den „Beschützern der Vögel vor Windmühlenflügeln“ bedeutet Naturschutz in Wahrheit gar nichts, da sie gleichzeitig am weiteren Verbrennen fossiler Energieträger oder der extrem riskanten Atomkraft festhalten. Dadurch werden nicht nur Vögel, sondern die gesamte lebende Natur in den Abgrund befördert. Auch hier ist Naturschutz nur Mittel zum Zweck.

Liebe Quedlinburgerinnen und Quedlinburger,
bitte erinnern Sie sich daran, was Sie in der Schule gelernt haben, denken Sie selbst nach, und lassen Sie sich nicht für die Ziele der Gegner unserer Freiheit missbrauchen!
Diskutieren Sie das Zukunftsprojekt Morgenrot mit allen seinen Risiken und Chancen sachlich und unaufgeregt, damit die Entscheidung dann auf genau dieser Grundlage zu unser aller Wohl fallen kann.

Ankündigung einer Einwohnerversammlung zum „Zukunftsprojekt Morgenrot“

Nachdem der Stadtrat bereits einen Grundsatzbeschluss zur Errichtung eines neuen Industriegebietes nahe der Autobahnanschlussstelle Quedlinburg Ost gefasst hat, werden mehr und mehr Details bekannt – und werfen in der Bevölkerung Fragen auf. Insbesondere an der möglichen Größe der Industrieanlagen sowie an den geplanten Windkraftanlagen scheiden sich die Geister. Das war natürlich zu erwarten. Deshalb wird nun eine Einwohnerversammlung einberufen. In dieser soll das Gesamtvorhaben von den Akteuren selbst vorgestellt und erläutert werden sowie der Bevölkerung die Möglichkeit gegeben werden, Fragen zu stellen.

Wir begrüßen diese Einladung sehr und hoffen, dass man sich gegenseitig zuhört und eine sachliche Diskussion entsteht.

„Zukunftsprojekt Morgenrot“ und der Kampf der AFD gegen Windmühlen – Sitzung des Stadtrates vom 27.02.2025

Die Tagesordnung des Stadtrates der WES Quedlinburg vom 27. Februar 2025 wurde von Beschlussvorlagen zu Gewerbe- und Industrievorhaben sowie Planungen zu weiteren Flächen für Solar- und Windenergieerzeugungsanlagen dominiert.

    Nachdem am 6. Februar in einer gemeinsamen Sitzung mehrerer Fachausschüsse in großer Eile bereits ein Grundsatzbeschluss zum „Zukunftsprojekt Morgenrot“ gefasst wurde, sollten nun vom Stadtrat sowohl die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans als auch der Aufstellungsbeschluss beschlossen werden.
    Das Projekt beinhaltet die Errichtung eines neuen Industriegebietes sowie die Bereitstellung großer Ackerflächen zwischen dem Autobahnanschluss Quedlinburg Ost und dem Ortsteil Morgenrot (Die Pläne sind hier in den Sitzungsunterlagen einsehbar).

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    Photovoltaik auf Quedlinburger Dächern – wie können wir die Energiewende in der Quedlinburger Altstadt voranbringen, ohne den Welterbe-Status zu gefährden?

    Das Bürgerforum Quedlinburg schlägt vor, schnellstmöglich eine Arbeitsgruppe zu gründen, die sich des Themas annimmt und schrittweise schnell umsetzbare Ergebnisse liefert.

    Für die meisten Menschen steht inzwischen außer Frage, dass die Umstellung der Energieerzeugung auf erneuerbare Energiequellen so schnell wie möglich erfolgen muss. Wer dazu einen Beitrag leisten möchte und über eine geeignete Dachfläche verfügt, installiert sich eine PV-Anlage zur Stromerzeugung oder wenigstens eine Mini-PV-Anlage (Balkonkraftwerk). Trotz ausgelaufener EEG-Förderung erfreuen sich solche Anlagen zunehmender Beliebtheit, weil sie über den Eigenverbrauch – vielleicht sogar mit einem Batteriespeicher ergänzt – spürbar die Stromrechnung senken können. Hinzu kommen immer mehr PV-Kraftwerke zu ebener Erde, die inzwischen ein lukratives Geschäft versprechen und in der Summe den Anteil erneuerbarer Energieerzeugung in Deutschland kontinuierlich nach oben treiben.
    (Die kritische Betrachtung von PV-Anlagen auf Ackerböden sowie ihre Ansicht verändernde Wirkung in der Landschaft soll an dieser Stelle nicht thematisiert werden – so wichtig diese Diskussion auch ist.)

    Aber was machen die Menschen in der Innenstadt von Quedlinburg mit den vielen denkmalgeschützten Gebäuden? Und wie verträgt sich das mit dem Welterbe? Das sind sicher keine leicht zu beantwortenden Fragen. Ihnen ist dieser Weg bisher durch geltende Regelungen verschlossen.

    Aber das muss und wird sicher nicht so bleiben.
    Das Land Sachsen-Anhalt setzte bereits neue Prioritäten, wie dieser Artilel des MDR zeigt: https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landespolitik/solaranlagen-denkmalschutz-100.html.
    Und wie die MZ aus dem Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates berichtet hat, beginnt sich nun auch der Quedlinburger Stadtrat mit dieser Thematik zu beschäftigen.

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    Chance für die Quedlinburger Innenstadt

    Unter der Überschrift „Inventur auf 180 Hektar – Stadterweiterung aus der Gründerzeit kommt unter die Lupe“ berichtet die MZ am 11.12.2020 über das Vorhaben der Stadtverwaltung Quedlinburg, den Städtebaulichen Rahmenplan für das Sanierungsgebiet fortzuschreiben.
    Das ist nach den sehenswerten Fortschritten seit 1990, aber auch angesichts der noch vor uns liegenden Aufgaben, auf die der Fachbereichsleiter Bauen, Herr Malnati hinweist, ein dringend notwendiger nächster Schritt.

    Dass man sich bei großen, langfristig angelegten Vorhaben gelegentlich die Zeit nimmt, in Ruhe und mit Sorgfalt das Erreichte zu bewerten und den Plan für das weitere Vorgehen zu überprüfen und neu auszurichten, ist wichtig und notwendig.
    Wie begrüßen dieses Vorhaben der Stadtverwaltung sehr!

    Auch das Vorhaben, die Bürgerinnen und Bürger zu beteiligen ist gut und wichtig. Die im oben genannten MZ-Artikel ganannte Postkartenaktion ist eine gute Idee, die seinerzeit sehr umfangreiche Bürgerbeteiligung bei der Erarbeitung des Welterebe-Managementplans fortzusetzen. Das wird aber nicht ausreichen, um das Ruder in Quedlinburg herumzureißen.

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    Will Quedlinburg seine Gäste im „Festjahr“ tatsächlich mit einem Blick in das blanke Grauen begrüßen?

    Herr Oberbürgermeister: Bitte erklären Sie das den Quedlinburgern und ihren Gästen!

    Eigentlich sprechen die folgenden Bilder des Quedlinburger Bahnhofs für sich …

    (Fotos: S. Kecke)

    … trotzdem halte ich ein paar Anmerkungen für angebracht.

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    Wir fordern die politischen Entscheidungsträger in Quedlinburg auf, bei den geplanten Umbaumaßnahmen am Schloss auf jegliche Verglasung des äußeren Erscheinungsbildes zu verzichten.

    Wie in der online-Ausgabe der MZ am 11.05.2018 berichtet wird, haben sich nun offensichtlich nach jahrelangem Ringen Stadt und Kirche zusammengerauft, um ein gemeinsames Konzept für die künftige Präsentation von Domschatz und Schlossmuseum zu erstellen. Ein sicherlich grundsätzlich sinnvoller nächster Schritt nach dem so genannten Kombi-Ticket. 

    Jahrelang wurde überwiegend hinter verschlossenen Türen in einer Arbeitsgruppe beraten – oder sollten wir lieber sagen: Gestritten. Nur durch massives Einfordern durch die damaligen  Stadträte Wolfgang Döcke und Christian Amling, „durften“ gewählte Vertreter an den Sitzungen teilnehmen. Die Fronten waren lange verhärtet. Streit über Eigentumsverhältnisse sowie Einnahmen dominierten das Geschehen. Erst nach personellen Wechseln auf Seiten der Kirche scheint es nun ein gemeinsames Ziel zu geben: Statt bisher rund 50 Tausend künftig 150 Tausend zahlende Besucher. „Wir fordern die politischen Entscheidungsträger in Quedlinburg auf, bei den geplanten Umbaumaßnahmen am Schloss auf jegliche Verglasung des äußeren Erscheinungsbildes zu verzichten.“ weiterlesen

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