Müssen Quedlinburger nun zum Baden immer nach Auswärts fahren?

Wer gegenwärtig über das Gelände des ehemaligen Freibades an der Lindenstraße läuft, kann sich nur schwer vorstellen, dass an dieser Stelle noch vor wenigen Jahren in den Sommermonaten reger Badebetrieb herrschte.

Das Zuschütten und Einebnen maroder Freibäder ist eine Tradition in unserer Stadt, wenn man das Schicksal des unterhalb der Altenburg gelegenen ehemaligen Wipertibades betrachtet: Nachdem dieses ab 1838 betrieben worden ist, wurde es in den 1950er Jahren geschlossen und 1961 verfüllt.

Es ist zu hoffen, dass das „Klietzbad“ nicht auf ewig dieses Schicksal erleiden muss.

Dass es auch anders geht, zeigt sich gerade an dieser Badeanstalt:

Im Jahr 1958 konnte dieses Bad nach längerem Verfall wieder saniert der Bevölkerung zur Nutzung übergeben werden. Im Jahr 1958, das muss man sich vergegenwärtigen, sind im Juni erst die Lebensmittelkarten in der DDR abgeschafft worden!

Was 1958 möglich war, als unser Land noch dabei war, die Folgen des 2. Weltkrieges zu überwinden, sollte doch in einer Zeit, da die Bundesrepublik Deutschland zu den 5 reichsten Ländern der Erde zählt, zu schaffen sein!

Uwe Kramer

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Ein Kommentar zu Müssen Quedlinburger nun zum Baden immer nach Auswärts fahren?

  1. Gabriele Vester sagt:

    Das Thema Freizeitbad lässt sich nicht auf die Frage reduzieren WOLLEN wir das Bad?
    Die Frage ist: können wir es erhalten? Ja, die Bundesrepublik ist ein reiches Land aber für unsere Kommune lässt sich das nicht sagen. D.h. auch wenn wir mit Fördermitteln ein Bad bauen könnten, wären wir auch in der Lage dieses zu erhalten? Zu welchem Preis? Dazu erhalten wir z.Zt. keine Antworten. Die geschätzten 250.000 Euro auszugleichende Verluste, die die Bäder Gesellschaft übernehmen soll, werden an anderen Stellen fehlen. An welchen? Auch dazu gibt es keine Antworten.

    Wollen wir ein weiteres Desaster à la Kurzentrum Bad Suderode?

    „Beschließen – ausführen – fertig“, diesem Vorschlag eines Stadtrates (nachzulesen in der MZ vom 14.04.2018), weil wir bei den Quedlinburger Bürgern in der Pflicht seien, kann ich nicht folgen. Ja, wir sind in der Pflicht, in der Pflicht Schaden abzuwenden, der durch schnelle unüberlegte Beschlüsse zustande kommt. Alles andere wäre verantwortungslos.

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