Zum MZ-Artikel „Statt Bundesliga spielen wir plötzlich nur Kreisklasse“

In der MZ vom 7.7.2009 erschien unter der Überschrift „Statt Bundesliga spielen wir plötzlich nur Kreisklasse“ ein Artikel zur Nutzung des Kongresszentrums im Salfeldtschen Palais. In diesem bedauert Herr Thomas (CDU), dass das erhoffte „internalionale Flair“ weitestgehend ausgeblieben ist und demzufolge unsere Hotels auch nicht den erhofften Gästezuwachs bekamen.

Das ist sicherlich richtig. Es gab zwar, wie zum Beispiel mit dem „39th International Symposium on Essential Oils ISEO 2008“ mit Wissenschaftlern aus rund 36 Ländern der Erde auch Tagungen von internationalem Rang, aber derer viel zu wenig.

Deshalb kann man die Entscheidung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, den Betreibervertrag mit einer Hamburger Agentur nicht zu verlängern, nur begrüßen. Eine Hamburger Adresse allein garantiert eben auch keinen Erfolg. Wenn sich der Betreiber nicht wirklich mit dem Palais und der Stadt Quedlinburg identifiziert, dann reicht es eben nicht aus.

Nun sollten wir aber nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten und uns wünschen, die Sanierungsmittel wären nicht in das Palais, sondern z. B. in den Kaiserhof geflossen. Wir sollten dem neuen Betreiber – einem Quedlinburger Unternehmen – die Chance geben, es besser zu machen. Ihm muss der Spagat gelingen, einerseits hochwertige internationale Veranstaltungen nach Quedlinburg zu lotsen und andererseits aber auch weniger zahlungskräftigen Quedlinburger Vereinen, den Schulen für Abschlussbälle u. s. w. eine Heimstätte zu bieten. Das bringt zwar in der Tat keine Übernachtungen für Quedlinburger Hotels, aber eine Identifikation der Quedlinburger mit dem Kongresszentrum. Und wenn viele Menschen etwas kennen und schätzen sind meistens einige dabei, die jemanden kennen, der jemanden kennt, …, der schon lange nach einer schönen Stadt für eine Tagung sucht – und so könnte auch das ein kleiner Teil des Marketing sein, welches dann wirklich Hotelbetten füllt.

Das alles wird nicht einfach werden. Und es braucht Zeit. Wichtig ist: Es muss eine positive Tendenz erkennbar werden. Die Professionalität des Marketing wird entscheidend sein. Wir können nur hoffen und uns wünschen, dass der Betreiber auch von der Stadt und der QTM nach Kräften unterstützt wird, und man nicht gegeneinander arbeitet.

Dieses einzufordern und zu kontrollieren sollte auch Aufgabe der Quedlinburger Stadträte sein. Wir können bei der Betreiberentscheidung nicht mitreden – und die Stadt wohl auch nicht -, aber wir können das Quedlinburger Kongresszentrum durch unsere bestmögliche Unterstützung des neuen Betreibers langfristig zu dem machen, was der Name verspricht.

Steffen Kecke

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